Monsterkiller Zucker? Wir gehen auf Spurensuche! – Teil 1

Blog_Ernaehrung_05

Warum genau Zucker? Zucker, Alkohol und verarbeitetes Zeug (ich erweitere es ein wenig)? Weil das genau die Sachen sind, die in unserem Leben sehr emotionsbehaftet sind und die uns leider sehr sehr krank machen. Das wissen wir alle, wollen es aber nicht wahrhaben. Schon klar, da diese drei Sachen auch recht süchtig machen. Fangen wir mal mit Zucker an. Es ist kein Geheimnis, dass Zucker beziehungsweise zu viel davon, schädlich ist. Neben Diabetes, Übergewicht führt es aber auch zu Depressionen, Parkinson, Herz- Kreislauferkrankungen, Krebs. Die Liste ließe sich unendlich fortführen.

Aber mal von vorne

Zucker gehört in unserem Alltag einfach dazu. Es gibt nicht nur den offensichtlichen Zucker, wie Schoki, Gummibärchen oder Müsliriegel, sondern auch vielfach versteckten Zucker in Nudeln, Brot und natürlich Fastfood.

Zucker ist unser größter Energielieferant und somit unerlässlich.

Allerdings kommt es schon darauf an, was es für eine Art von Zucker ist und wie viel wir uns davon „reinstopfen“. Denn Zucker kann ein ganz schönes Suchtpotential haben. Warum? Weil Zucker im Gehirn die gleichen Suchtzentren aktiviert, wie Alkohol und Drogen (vgl. Kurt Mosetter – Zucker der heimliche Killer). Kann ich mir gut vorstellen, sonst würden wir ja nicht immer mehr und mehr wollen. Denn vermutlich ist es nicht nur für mich schwierig nur ein Stückchen der Schokitafel zu genießen. Das muss dann schon etwas mehr sein. Und schwupp di wupp ist die Ganze weg. Hoppala.

Zucker und Weißmehlprodukte aktivieren das Dopamin in unserem Gehirn, deswegen fühlen wir uns super gut nach dem Genuss dieser Sachen, allerdings verlangt der Körper dann schnell nach Nachschub und wir greifen zum nächsten Stückchen. Da wir uns dann daran gewöhnen brauchen wir dann immer mehr von dem (Teufels-)Zeug.

Eben wie ein Süchtiger.

Auch Serotonin wird übermäßig stimuliert, wir sind freudig und gut drauf, lässt das aber nach, kann es zur Unruhe, Schlafstörungen, Muskelverspannungen und Abgeschlagenheit kommen. Somit sind wir schon in dieser Suchtspirale gefangen, da der Mensch ungute Gefühle gerne vermeidet. Was machen wir dann? Ja genau – wir greifen wieder zu unserem „Stoff“. Trotz, dass Zucker schwere „Disbalancen“ auslösen kann, sind so viele in dieser Sucht gefangen.

Warum eigentlich?

Eigentlich können wir gar nichts dafür, dass wir so geil auf zuckerhaltige Sachen sind. Dazu gehören auch Nudeln, Brot, Traumen, Pfirsiche, Cola, Apfelsaft, Smoothies. Ich könnte stundenlang so weitermachen. Alles was wir als lecker und „geil“ empfingen hat den gleichen gemeinsamen Nenner:

Es schmeckt süß und ist sehr zuckerhaltig.

Wir werden schon als Baby an Süßes gewöhnt: die Muttermilch ist leicht süßlich durch den enthaltenen Milchzucker (Laktose). Da haben wir’s. Das heißt jetzt nicht, dass Mütter aufhören sollen zu stillen, denn auch in der Ersatzmilch ist das Gleiche drinnen. Also es gibt kein Entrinnen. Somit ist Süßes der „Sicherheitsgeschmack“, da wir als Baby lernen, dass uns dieses süße Zeug nährt und nicht giftig ist.

Die anderen Geschmacksrichtungen entwickeln sich erst im Laufe der Zeit, je nachdem in welche familiären Ernährungsgewohnheiten man hineingeboren wird.

Die Zunge macht das Rennen

Um entscheiden zu können, ob dieses Nahrungsmittel giftig oder gut ist, haben wir sowas wunderbares wie die Zunge, die uns dabei hilft. Wir haben auf der Zunge Rezeptoren für die Geschmacksrichtungen süß, sauer, scharf, bitter salzig und den herzhaften Geschmack Umani.

Früher waren wir Menschen darauf angewiesen recht schnell entscheiden zu können, ob etwas genießbar ist oder eben nicht. Da gab es sowas wie Supermärkte noch nicht. Durch die Differenzierung in gute oder schlechte Lebensmittel konnten wir früher überhaupt überleben. Zusätzlich bedeutete „Süß“ früher Jackpot, da süße Lebensmittel eine hohe Kaloriendichte versprachen, was damals überlebensnotwenig war. Somit waren wir wieder gerüstet für die Jagd oder Flucht, da wir unsere Speicher aufgefüllt hatten. Auch für die Leistungsfähigkeit des Gehirns war diese Energie in Form von Zucker enorm wichtig. Das kennen wir ja heute auch noch: haben wir eine Prüfung greifen wir gerne zur Schoki, Nüssen oder sonstig „Hochkalorisches“, welches schnell Energie verspricht. Somit können wir von unseren Vorfahren richtig viel lernen.

Was uns die verschiedenen Geschmäcker verraten

Jede Geschmacksrichtig hat natürlich ihre Daseinsberechtigung. So kann saures den Appetit anregen, uns aber auch vor nicht reifen oder gar verdorbenen schützen. Bitter signalisiert uns, dass da etwas unverträgliches ist oder sogar ein Gift. Umami verspricht uns hochkalorisches wie zum Beispiel Fleisch (auch salziges). Süß gab uns den Hinweis, dass es bekömmlich, harmlos ist und eine hohe Energiedichte darstellt.

Viele leicht verwertbare Kalorien belasten den Verdauungsapparat nicht und spenden so viel Energie.

Somit hatten wir mit reifen Früchten einen entscheidenden Überlebensvorteil. Auch Fett hat die gleiche Wirkung wie Zucker, weswegen wir bei fettigem in Kombination mit süßem oft die Hemmungen fallen lassen. Ein Beispiel ist zum Beispiel Schokolade, Kekse, Kuchen usw. Das macht sich die Nahrungsmittelindustrie gerne zu Nutze und uns damit abhängig.

Früher war diese Kombi gut, heute wird sie zum echten Problem.

Durch unser doch recht gemütliches – ja schon fast faules – Leben macht diese Kombi fett und krank. Zudem kommt, dass nicht Bewegungsmangel schuld an der Fettleibigkeitsepidemie ist, sondern unser krank- und suchtmachendes Essen. Bewegung spielt eine Rolle, allerdings hat die Hauptrolle immer noch unsere Ernährung.

Kurze Fakten zu Zucker:

  • Zu viel davon führt zu Fettleibigkeit, hohem Blutdruck und dem metabolischem Syndrom
  • Die Blutzuckerwerte steigen schon nach einem Teelöffel Zucker
  • Zucker übersäuert den Körper
  • Und er verursacht oxidativen Stress
  • Er fördert die Entstehung von Entzündungen
  • Super wichtig: Brot, Nudeln, weißer Reis und frisch gekochte Kartoffeln sind nichts anderes als verdichteter Zucker. Somit ist das fast nichts anderes als normaler Haushaltszucker.

Abgeschreckt? Hoffentlich. Ging mir auf jeden Fall so, als ich das las. Aber es kommt noch mehr. Dadurch, dass durch die fatale Kombi von Fett und Zucker unser Belohnungszentrum anspringt schüttet der Körper dann auch körpereigene Opiate im Hirn aus. Dann fühlen wir uns zufrieden, entspannt, haben eine gute Stimmung und haben wahre Wonnegefühle.

Gut versteckt, aber sehr schädlich

Früher war Zucker ein Luxusgut und ein recht teurer Spaß. Heute kommt das Zeug überall rein. Du kannst davon ausgehen, dass in allen hochverarbeiteten Produkten Zucker enthalten ist, sonst würde dieser Fraß vermutlich nicht schmecken. Da unsere Sucht nach diesen Produkten dann immer größer wird, freut sich die Nahrungsmittelindustrie. Die macht uns schön abhängig mit „Zeug“, was nicht wirklich gut für unsere Gesundheit ist.

Wirklich schlimm ist es, da wir schon längst die Kontrolle über unseren Zuckerkonsum verloren haben.

Es geht nämlich nicht um das Löffelchen Zucker im Kaffee oder die Reihe Schoki. Der wirklich große Feind: ca. 50 bis 60% aller industriell hergestellten Nahrungsmittel sind zuckerhaltig, auch wenn sie gar nicht süß schmecken. Das ist echt ein großes Problem. Zum Beispiel steckt Zucker nicht nur in Essiggurken, Salzstangen, Sandwiches und Tomatenketchup (guck mal hinten auf die Inhaltsstoffe), sondern auch in Fisch- und Fleischkonserven, die durch Zucker eine appetitliche Farbe erhalten. Da das fast überall schon drinnen ist, ist es gar nicht so einfach sich diesem Teufelskreis zu entziehen. Außer wir fangen wieder an selber zu kochen und die meisten Dinge selber zu machen. Ja es ist sicher mehr Aufwand, aber mach dir den Preis, den du zahlen musst, wenn du weiterhin industriell hergestellte Produkte konsumierst, klar. Später mehr dazu. Dazu ist es pervers zu sehen, wie extra deklarierte Kinderprodukte, reichhaltig an Zucker und Fett sind.

Wie sollen die Kinder gesund aufwachsen?

Wo sind denn gut versteckte Zucker enthalten? Mach dir einfach mal den Spaß und schaue beim nächsten Einkauf auf die Inhaltsstoffe. Tipp: je weiter Zucker am Anfang steht, desto mehr ist auch vom dem drinnen. Hier mal eine kleine Liste, eine kleine Auswahl, sonst würde ich vermutlich nicht mehr fertig werden:

  • Fruchtjoghurt
  • Essiggurken
  • Heringssalat
  • Ketchup
  • Joghurtdressing
  • Cornflackes (gezuckert)
  • Müsliriegel
  • Dosenananas
  • Apfelsaft (hoffentlich kommt hier kein zusätzlicher Zucker rein, dennoch ist ein Liter reiner Apfelsaft mit 120 Gramm Zucker, also 40 Würfelzucker, ein echtes Zuckerschwergewicht)
  • Multivitamin-Nektar
  • Leberwurst
  • Tiefkühlpommes, Chips, Kroketten, Fischstäbchen und Backcamembert
  • Fruchtgummis
  • Lösliche Kaffeemischung
  • Kondensmilch
  • Light-Produkte
  • Fertignahrungsmittel
  • Süßes Obst (nun gut – das ist natürlicher Zucker, dennoch sollten wir uns davon nicht überfressen)
  • Trockenfrüchte (auch hier – natürlich, allerdings hoch zuckerhaltig!)
  • Nudeln, Müsli, Reis, Brot und frisch gekochte Kartoffeln

Und ich könnte die Liste ewig fortführen, nur dann macht das alles keinen Spaß mehr. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf das Lebensmittel. Beachte und betrachte auch die sogenannten als gesund propanierten Lebensmittel als kritisch.

Wie wir unsere Kinder schon an Süßes gewöhnen

In meinen Augen ist das eine der schlimmsten Sachen, die wir unseren Kleinen antun können, allerdings haben wir das vermutlich alle miterlebt. Den ganzen Süßkram benutzen wir entweder als Ruhigstellung oder als Belohnung für unsere kleinen Mitmenschen. Schlägt sich das Kind irgendwo an, kommt ein Pflaster darauf und gleich noch ein Lolli dazu.

Damit tun wir unseren Kindern einfach nichts Gutes.

Oder, wenn ein Kind gute Noten nach Hause bringt, kommt es auch nicht selten vor, dass es durch Süßigkeiten belohnt wird. Genau dieses Problem haben wir Erwachsenen auch. Und woher kommt es? Genau – aus unserer eigenen Kindheit. Dass wir so mit Gelüsten zu schaffen haben, da können wir eigentlich gar nichts dafür. Ob diese Gelüste jetzt Süßes, Aklkohol, Zigaretten oder sonstiger Schwachsinn sind, spielt dabei keine Rolle. Da ist es natürlich für die Werbung dann ein leichtes Spiel uns unsere Gelüste noch „schmackvoller“ zu machen, damit wir gar nicht mehr Nein sagen können. Bei Kindern ist das übrigens genau gleich. Schau dir mal Werbung an. Wann kommen Süßkramwerbungen am meisten? Genau – wenn Kindersendungen laufen. Das lohnt sich natürlich auch für diese ganze Süßwarenindustrie. Genau genommen in Deutschland mit einem jährlichen Umsatz von 13 Milliarden Euro. Das ist der pure Wahnsinn. Mit Obst und Gemüse lässt sich leider kaum Geld erwirtschaften.

In der Falle – wie uns Essen kontrolliert

So nun sind wir schon von Kindesbeinen an in der Zucker-Belohnungs-Ruhigstellungs-Falle. Zusätzlich arbeitet die Industrie auch noch mit anderen schädlichen Mitteln: dazu gehören Salz, Aromen, viel Fett und die Liste wäre vermutlich endlos lang. Und hier ist das Dilemma: wir werden schon von klein auf mit künstlichen Sachen vollgestopft, dass die natürlichen Lebensmittel erst mal gar nicht schmecken. Was würde ein Kind, das normal (also nicht gut) ernährt wird, wohl eher wählen? Frische Erdbeeren oder ein Erdbeerjoghurt?

Unsere Geschmacksknospen gewöhnen sich so sehr an das künstliche Zeug, dass das Natürliche gar nicht mehr schmeckt.

Hoch tragisch, wie ich finde. Dazu kommt noch, dass die Verpackungen „quitsche bunt“ und schön gestaltet sind. Wer greift da nicht gerne zu? Denn anscheinend fällt die Kaufentscheidung zu 70% auf die Verpackung zurück. Leider ist es so, dass unser Geschmackssinn dadurch verkümmert, da er ja nur den (immer gleichen) künstlichen Brei kennt. Allerdings hat die Natur viel mehr zu bieten, nur leider kennen das unsere verkümmerten Geschmacksknospen gar nicht mehr. Die Nahrungsmittelindustrie ist ein wahrer Spezialist darin, Kosten zu sparen, deswegen wirst du auch selten wirkliche natürliche Aromen in solchem Zeug finden. Leider werden wir schon im Kindesalter gute Kunden der industriellen Nahrungsmittelherstellung und bleiben es – sofern wir nicht aufwachen und aktiv etwas dagegen tun – es auch ein Leben lang.

Mit unschönen Konsequenzen.

Süße Verführungen lauern überall, ob in der Bäckerei, im Supermarkt, an der Tankstelle. Auch dieses ständige Verlangen nach Essen lässt uns gar nicht mehr wahren und richtigen Hunger spüren. Somit ist auch noch ein neues Problem geboren: ständiges Überfressen.

Ist Zucker jetzt wirklich so schlimm?

Tja Zucker ist unser Brennstoff. Aber essen wir zu viel davon und bewegen uns zu wenig, dann wird das Ganze schnell ungemütlich. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum wir immer kränker und dicker werden. Dass wir so auf ein Fett-Zucker-Gemisch abfahren macht das Ganze auch nicht besser.

Denn auch zu viel Fett lässt uns krank und dick werden.

Kommt dann noch der liebe Zucker daher spaziert ist der Körper hoffnungslos überfordert. Leider ist die Abhängigkeit von Zucker nicht ganz so bekannt. Allerdings sind die Meisten von uns zuckersüchtig. Das kannst du gerne mal ausprobieren: esse eine Woche lang keinen Zucker und nichts, wo im Entferntesten Zucker drinnen steckt. Du wirst überrascht sein. Mach mal dieses Experiment. Einfach zum Spaß. Die Industrie verdient mit unserer Abhängigkeit Milliarden. Wieso sollten sie dann auch ein Antizuckerprogramm machen und uns helfen.

Schlussendlich geht es ja doch wieder mal nur ums Geld.

Es liegt an uns selber, ob wir bei diesem Wahnsinn mitspielen wollen und für welche Nahrungsmittel wir uns Tag für Tag entscheiden. Dazu hilft eine „Sanierung“ und Ernährungsumstellung, damit wir wieder auf unseren Instinkt hören können. Ich finde es schon fast unverantwortlich eine Welle des Intuitiven Essens zu starten, obwohl wir noch in unseren Süchten und Gelüsten gefangen sind und gar nicht so richtig wissen, was denn nun gesund ist und was nicht.

Ein Fruchtjoghurt ist es zumindest nicht.

Und wenn ich das nicht weiß, dass habe ich halt intuitiv Lust darauf. So kommen wir immer weiter in eine ungesunde Ernährungsweise und in eine Sucht rein. Deswegen sei etwas vorsichtig mit diesem Intuitiven Essen. Grundsätzlich ist das echt nicht schlecht, allerdings nur mit einem Verständnis für gesunde Ernährung. Das alles heißt allerdings auch nicht, dass du jetzt komplett auf die Süße des Lebens verzichten musst, ganz im Gegenteil. Wichtig ist zu wissen, was für Zucker gut ist, welche Mehle ok sind, was überhaupt echte Lebensmittel sind usw.

Essen als Überlebenssicherung

Wir brauchen Nahrung (und Wasser) – genauso wie unsere Atmung, Schlaf und Bewegung. Das lässt sich natürlich nicht abstreiten. Zucker ist unser natürlicher Brennstoff – ohne geht gar nichts. Es schwimmt aber kein Haushaltszucker durch dein Blut, sondern Glukose. Diese ist dann unser Energielieferant. Unser Gehirn braucht ganz schön viel davon. Es hat ja auch am meisten zu tun. Damit der Zucker aber auch am Zielort ankommt, braucht es Insulin. Dieses Hormon wird, wie du sicher weißt, in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Um es ganz einfach zu machen: das Insulin ist der Schlüssel für die Türe (z.B. Muskelzelle), damit die Türe für das Zuckermolekül aufgeht und der Zucker in die Zelle kann.

Damit die Zelle mit Brennstoff versorgt wird.

Diese verwendet den Zucker dann für körperliche (oder geistige) Aktivität oder als Baustein für neue Zellstrukturen. Deine Zellen müssen ja auch repariert werden. Je mehr Süßigkeiten du isst, umso schneller gelangt der Zucker in den Darm und in das Blut, wo dann das Signal für die Bauchspeicheldrüse ertönt, damit es Insulin produziert. Nun versucht der Körper die hohe Konzentration von Blutzucker rasch wieder zu senken, da das kein optimaler Zustand für uns ist, wenn unser Blut „süß“ ist. Zusätzlich ermöglicht das Insulin, dass eine bestimme Aminosäure im Hirn besser aufgenommen wird: Trypophan. Dieses wird im Gehirn zu Serotonin umgewandelt und macht:

Gute Laune.

Deswegen fühlen wir uns echt happy, wenn wir was Süßes gegessen haben. Und durch den vermehrten Zucker haben wir natürlich auch richtig viel Energie. Allerdings kennst du das sicher – die beiden angenehmen Dinge verschwinden recht schnell wieder – dann ist Nachschub gefragt und schon sind wir in der Suchtfalle.

Allerdings Achtung – Zucker ist nicht gleich Zucker

Leider werfen viele Zucker beziehungsweise Kohlenhydrate immer in einen Topf. Die bösen bösen Kohlenhydrate. Hier musst du unbedingt differenzieren. Kohlenhydrate sind unser einzig sinnvoller Brennstoff, weswegen du nicht darauf verzichten solltest und du ansonsten in einen „Hungerstoffwechsel“ kommst, der zur Überlebenssicherung dient, allerdings nicht zum Leben. Damit meine ich die ganze Low-Carb (und Alles, was die ach so bösen Kohlenhydrate verteufelt) Bewegung. Sei hier bitte vorsichtig, recherchiere selber und denke vor allem nach. Einfacher Zucker schmeckt süß, geht rasch ins Blut und versorgt uns sehr schnell mit Energie.

Dann gibt es noch die Mehrfachzucker, die überhaupt nicht süß schmecken: die Stärke. Du merkst, dass Stärke aus Zucker besteht, wenn du mal sehr gründlich kaust. Dann wird das Stückchen Brot auf einmal süßlich. Um eine ausgewogene Ernährung zu haben und damit ein gesundes Leben, ist es wichtig, auf keinen der drei wichtigen Bausteine zu verzichten: Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Hier ist es auch wie immer im Leben:

Die Dosis macht das Gift.

Auch die Qualität ist sehr entscheidend. Deswegen würde ich auch von einfachen Kohlenhydraten eher Abstand nehmen und die stärkehaltigen als deinen Verbündeten sehen. Zucker dient allerdings nicht nur unserer Energie, sonders er spielt noch wichtige Rollen im Baustoffwechsel und für das Gerüst der Zellen. Manche Zuckerarten sind sogar als Signalträger lebensnotwenig. Auch das Immunsystem braucht diesen Brennstoff, damit es gut funktionieren kann.

Ohne Zucker funktioniert die Reparatur der Zellen nicht.

Was sind denn nun natürliche Zuckerquellen?

Ich glaube wir sind uns einig, dass Industrieware eigentlich nichts im Körper zu suchen hat. Diese macht uns krank, alt und träge. Allerdings hat die Natur tolle Zuckerquellen für uns eingerichtet. Echte, frische Pflanzen sind natürlich die Beste Quelle (und auch die natürlichste) für Zucker. Zudem enthält sie noch sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Alles super wichtig für uns.

Allerdings essen wir generell zu wenig frisches Gemüse und Obst.

Der Trend geht halt ganz klar Richtung verarbeitetes Junkfood. Weils schnell gehen muss. Allerdings ist das echt ein Blödsinn, denn ein Apfel ist sicher schneller gewaschen, als das verarbeitete Zeug in die Mikrowelle zu schieben. Auch das Gemüse und Obst haben leider Schattenseiten bekommen: dass es uns gut schmeckt, werden alle Bitterstoffe „rausgezüchtet“, es wird süßer gemacht, so, dass es nichts mehr mit dem Gemüse und Obst von vor 30 Jahren mehr zu tun hat. Das ist echt bedauerlich, da mit diesen Züchtungen auch einiges an Vitaminen und Mineralstoffen verloren geht.

Auch (lange) Lagerung, Konservierungsstoffe (ganz schlecht) und einfrieren schadet den tollen Inhaltsstoffen. Und hier begeben wir uns in einen Teufelskreis, da wir in unseren Hochleistungsgesellschaft mehr denn je von den Vitaminen und Mineralstoffen brauchen denn je. Und nein – Nahrungsergänzungsmittel sind keine optimale Lösung, dennoch leider heutzutage unerlässlich.

Was sind Kohlenhydrate?

Eigentlich ist das nichts anderes als eine organische Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Eben wie alles Lebendige. So kommt es darauf an, wie viel von den drei oben genannten sich verbindet, welchen Zucker wir schlussendlich daraus bekommen.

Je kürzer die Zuckerketten, desto süßer.

Je länger, desto weniger Süß. Die Ketten spielen auch eine andere Rolle in unserem Organismus und vor allem beim Blutzuckerspiegel. So lassen kurze Ketten den Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe steigen (Traubenzucker lässt grüßen), wohingegen lange Ketten nicht so einen schnellen Effekt haben. Wenn nun der Blutzuckerspiegel steigt, wird Insulin ausgeschüttet, damit der Zucker auch weiß, wo er hingehört (in die Zellen). Damit ist der Zucker schnell „versorgt“ (in ca. 20 Minuten bei Einfachzucker) und der Körper verlangt nach mehr. Deswegen können wir bei Süßen Sachen so schlecht aufhören und wollen immer Nachschub. Nun noch kurz zu den verschiedenen Zuckerarten:

  • Da gibt es mal den Einfachzucker. Dieser besteht nur aus einem Zuckermolekül. Dazu gehört die Glukose, das ist der Traubenzucker, dann die Fruktose, das ist der Fruchtzucker und die Galaktose, das ist der Schleimzucker. Unser Körper kann am schnellsten und am effektivsten die Energie aus dem Einfachzucker ziehen. Eh klar, da er diesen nicht großartig umwandeln oder umbauen muss. Traubenzucker ist sowas die Superbenzin. Wohingegen Fruktose und Galaktose den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen lassen.
  • Nun kommen wir zum Zweifachzucker. Dieser besteht aus zwei miteinander verbundenen Einfachzuckermolekülen. Wie ein Ehepärchen. Zu diesen gehört die Laktose, das ist der Milchzucker, die Maltose, das ist Malzzucker, die Saccharose, das ist Rohr- oder Rübenzucker und die Isomaltulose. Die Laktose besteht aus je einem Molekül Glukose und Galaktose. Die Maltose besteht aus zwei Glukosemolekülen. Die Saccharose kennen wir als Haushaltszucker. Diese besteht aus je einem Molekül Glukose und Fruktose. Und zu guter Letzt noch die Isomaltulose. Diese besteht aus je einem Molekül Glukose und Fruktose und kommt natürlicherweise im Honig vor, allerdings in ganz geringen Mengen und im Zuckerrohrextrakt.
  • Wenn sich noch mehr Zuckermoleküle dazugesellen kommen wir zum Mehrfachzucker. Diese bestehen dann auch drei ist neun Zuckermolekülen. Diese stecken dann vor allem in Hülsenfrüchten (z.B. Erbsen, Bohnen). In Kichererbsen kommt ein Dreifachzucker vor, der für uns Menschen nicht verdaulich ist und somit die perfekte Nahrungsgrundlage für die Darmbakterien darstellt.
  • Zu guter Letzt haben wir noch den Vielfachzucker. Wie das Wort schon sagt, haben wir hier viele Zucker. Wenn du aufgepasst hast, weißt du auch, wie viele das mindestens sind. Zehn oder mehr. Zu dieser Rubrik zählen die Stärke, Dextrine, Inulin und die Ballaststoffe. Wo kommt die Stärke her? Meisten aus Getreide und Getreideprodukte (Gebäck, Brot, Nudeln). Allerdings auch aus „natürlichen“ Quellen wie Reis, Mais, Kartoffeln und Knollengemüse. Die Stärke ist auf der Molekülebene wie ein Baum verzweigt. Verzweigte Stärke lässt den Blutzuckerspiegel schneller ansteigen als unverzweigte. Manchmal sogar schneller als Einfach- oder Zweifachzucker. Die Dextrine entstehen durch die Verdauung bei der Spaltung der Stärke. Inulin ist ein Vielfachzucker, der nur aus Fruktosemolekülen besteht. Diese findest du in Toponambur, Artischocken, Schwarzwurzeln und Pastikaken. Zum Schluss noch ein Wort zu Ballaststoffen. Meist befinden sich diese in den Schalen und Außenränder unserer pflanzlichen Nahrungsmittel. Also heißt das: in Vollkornprodukten. Ballaststoffe sind immens wichtig für unsere Gesundheit, sie fördern unsere Verdauung, binden schädliche Substanzen in unserem Körper, fördern die Ausscheidung dieser (die wollen wir ja nicht im Körper haben), machen schneller satt, regulieren die Blutfett- und Blutzuckerwerte und bilden überhaupt erst den Nährboden für unsere wichtige Darmflora. Außerdem wirken sie entzündungshemmend. Vermutlich habe ich jetzt ungefähr 1000 Sachen vergessen, wofür die Ballaststoffe noch gut sind, allerdings ist dir glaub ich klar geworden, wie wichtig diese für uns sind. Und ich muss dich gleich noch etwas enttäuschen: in Wurst, Käse, Eiern, Fleisch und sonstig industriell verarbeiteten „Abfall“ befindet sich keine Ballaststoffe. Die findest du im Getreide, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Die wichtigsten Ballaststoffe sind: Zellulose, Hemizellulose, Pektin und Lignin.

Sind jetzt Kohlenhydrate gut oder schlecht?

Ach ja – wer kennt diese Diskussion nicht. Die bösen bösen Kohlenhydrate. Wer solche Aussagen tätigt, hat es einfach nicht verstanden. Kohlenhydrate sind unser wichtigster Brennstoff. Lässt du ihn fast ganz weg, wie es bei Keto der Fall ist, kommst du in ein Notprogramm unseres Körpers. Das ist dann ein Hungerstoffwechsel. Für Notfälle gedacht.

Willst du auf Notprogramm laufen?

Dann läufst du allerdings nicht lange. Vielleicht geht das die ersten Monate noch gut, allerdings kommt die Quittung garantiert. Wichtig ist, dass wir zwischen guten und „schlechten“ Kohlenhydraten unterscheiden und nicht alles in einen Topf werfen. Was bedeutet nun gut? Gute Kohlenhydrate sind diejenigen, die deinen Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Somit muss die Bauchspeicheldrüse nicht volle Kanne arbeiten und wird in weiterer Folge nicht so schlimm belastet. Wenn der Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigt, sinkt er auch nicht so schnell, weswegen du bei der Wahl der guten Kohlenhydrate keinen Heißhunger hast. Eigentlich logisch.

Oftmals befinden sich in diesen guten Kohlenhydraten auch Vitamine und Mineralstoffe, ganz zu schweigen von Ballaststoffen.

Diese ganzen Sachen sind überlebensnotwendig. Wenn man jetzt alles zusammenzählt bist du länger und gesünder satt. Entscheidend bei der Wahl der richtigen Kohlenhydrate ist auch der glykämische Index. Dieser zeigt dir, wie schnell der Zucker in dein Blut kommt. Wenn der Wert hoch ist, dann steigt dein Blutzuckerspiegel schneller an und mehr Insulin wird ausgeschüttet. Das ist nicht ganz so toll. Ein niedriger glykämischer Index hingegen ist gut. Diesen findest du zum Beispiel in wasserreichem Gemüse.

Selbstbeschiss mit Zuckerersatzstoffen

Ja auch ich habe früher Zuckererstatzstoffe genutzt, damit ich meine Zuckersucht nicht angehen muss. Was soll ich sagen. Lieber wir schauen hinter das Bedürfnis, warum wir gerade was Zuckerhaltiges „brauchen“, als in einen (un-)sicheren Hafen der „ist ja gar kein echter Zucker“ zu schiffen.

Das ist nämlich pure Verarschung.

Von synthetischen Süßstoffen will ich gar nicht reden, die haben in unserer Ernährung und auch sonst nichts in oder an uns zu suchen. Es sei denn, du willst dein Leben vorzeitig beenden oder schlimme Krankheiten bekommen. Besser ist es, du gönnst dir mal wirklich was Süßes, wenn du es unbedingt brauchst und das mit voller Achtsamkeit und höchstem Genuss. Also nicht die Billigschoki kaufen, sondern das darf schon echt was Gutes sein. So schätzt du es mehr und isst es achtsamer. Das ist ein toller Trick.

Also greife ruhig etwas tiefer in die Tasche. Auch noch was wichtiges zu Süßstoffen: auch Dauer machen diese dick. Dadurch, dass deinem Körper vorgegaukelt wird, dass er jetzt was kalorienreiches Süßes bekommt (Süßstoffe haben so gut wie keine Kalorien) und dann leer ausgeht, erzeugt dieser mehr Appetit und Hunger. Er wurde ja schließlich verarscht und möchte jetzt dann doch gern etwas Süßes oder zumindest etwas anderes. Somit „sparst“ du dir vielleicht die Kalorien des Zuckers, musst aber richtig draufzahlen, da der Körper sich schon das holt, was du ihm versprochen hast. Also alles in allem sind Süßstoffe und Ersatzprodukte keine gute Idee. Gehe das Problem von Grund auf an und mache nicht den langen Umweg, wenn du dann später eh drauf kommst, dass du sowieso den Keller aufräumen musst. Den Weg möchte ich dir ersparen, da ich ihn selber ca. 1 Jahr fälschlicherweise gegangen bin. Somit habe ich zwar neue Erkenntnisse gewonnen, allerdings auch viel Zeit und Geld in Unsinn investiert. Das kannst du dir sparen und bist somit auf der Überholspur.

Um richtig was aus dem Artikel „rauszuholen“ stelle dir gerne folgende Reflexionsfragen:

  • Was nehme ich aus dem gelesenen mit?
  • Wie habe ich über Kohlenhydrate gedacht?
  • Wie kann ich meine Essensgewohnheiten überdenken?

Falls du Fragen hast, schreibe mir gerne!

Deine Anne

Schreibe einen Kommentar