Wie die Makko-Ho Übungen dein Leben bereichern können

Blog_Koerper03

Makko-Ho Dehnungen. Was ist das schon wieder komisches? Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Übungen dein Leben sehr bereichern werden. Aber zum Anfang: wo kommt’s her?

Die Makko-Ho Dehnungen kommen aus Japan. Es sind eigentlich Meridiandehnungen, die deine Lebensenergie in Bewegung bringen.

Klingt doch gut oder?

Und so schwer sind sie auch gar nicht. Wenn du nicht weißt, was Meridiane sind: Meridiane sind unsere Energieleitbahnen. Dieses uralte Wissen kommt aus der traditionellen chinesischen Medizin. Also schon ein paar Jährchen alt. Ein bisschen erinnern die Übungen an klassische Gymnastik, allerdings steht die Energie beziehungsweise die Meridiane im Fokus. Es kommt also nicht darauf an, wie dehnbar deine Muskeln oder Faszien sind, sondern dass du gedanklich Energie durch deinen Meridian fließen lässt, während du die Übung ausführst. Damit bekommst du auch spürbar mehr Energie in deinen ganzen Körper, wenn du die Übungen ausführst. Zusätzlich empfinde ich die Übungen als ausgleichend. Der schöne „meditative“ Aspekt dabei ist auch noch, dass du jede Übung für fünf Atemzüge machst. Das hat den Vorteil, dass du mit zählen und der Übung an sich beschäftigt bist und keine Zeit mehr für Gedankenkreisen oder, wie ich sie liebevoll nenne „Gedankenfürze“, mehr hast. Also doppelt gut.

Und wie geht das Ganze jetzt?

Zuerst fangen wir mit dem Du Mai und Ren Mai an. Das sind die zwei Hauptgefäße, die in der Mitte unseres Körpers entlanglaufen und somit einen kleinen oder den kleinen Kreislauf darstellen. Super wichtig, diese am Anfang gut stimulieren und zu dehnen. Für den Du Mai stehst du hüftbreit, streckst deine Knie und versuchst mit den Fingerspitzen zum Boden zu kommen. Dabei ist es total unwichtig, wie weit du kommst, Hauptsache dein Rücken kommt in eine Dehnung. Bleibe hier für fünf Atemzüge. Dann langsam, sehr langsam wieder aufrichten und danach kommt der Ren Mai dran. Deine Füße lässt du so, wie sie sind, deine Daumen und Zeigefinger formst du zu einem Kreis und hältst sie hinter deinem Rücken auf Höhe von der Niere. Dann beugst du dich nach hinten ohne umzufallen, so dass du deine Vorderseite dehnst. Auch hier wieder fünf Atemzüge.

Dann kommen wir zum Lungen- und Dickdarmmeridian. Diese befinden sich am Arm. Der Lungenmeridian fängt ca. zwei Fingerbreit unterhalb des Schlüsselbeins an und läuft über den Arm zum äußeren Nagelwinkel des Daumens. Der Dickdarmmeridian geht vom Nagelwinkel des Zeigefingers (Daumenseite), hoch zur Schulter, über den Hals bis zur Grube neben dem Nasenflügel. Das ist der Akupunkturpunkt Dickdarm 20 und super gut bei verstopfter oder rinnender Nase. Richtig fest reindrücken, kurz warten und deine Nase ist frei. Leider hält dieser Effekt nicht ganz so lange an, allerdings kann das schon reichen um, beim Schnupfen, einschlafen zu können. Nur so, als kleiner Nebentipp.

Nun zur Ausführung der Dehnung: Füße hüftbreit, stabiler Stand. Umgreife beide Daumen hinter dem Rücken und spreize die Zeigefinger ab. Die anderen Finger lässt du locker. Dann beuge dich nach vorne und hebe deine Arme Richtung Himmel, so hoch es dir gut geht. Dann nimm fünf tiefe Atemzüge, komme langsam wieder hoch, umgreife deine Daumen nun anders und mache die Übung nochmal. Dann wieder langsam hoch.

Kommen wir zum nächsten Meridanpaar: Magen-Milz. Der Milzmeridan fängt unten am Fuß an. Der Anfangspunkt ist am inneren Nagelwinkel vom großen Zeh. Nun läuft er hoch, über die Leiste bis unter der Achselhöhle, zwischen der 6. und 7. Rippe. Der Magenmeridan fängt am unteren Rand der Augenhöhle an. Er läuft auch wieder über die Leiste bis zum zweiten Zeh an der Außenseite. So genug „Meridiananatomie“, wie geht die Übung? Du kniest dich hin (am besten auf ein Kissen oder eine Matte), deine Hände beziehungsweise deine Handflächen bringst du hinter deine Füße und du streckst dein Becken Richtung Himmel. Das kann schon mal ordentlich ziehen in den Oberschenkeln. Mach aber bitte immer nur so viel, wie es sich für dich gut anfühlt. Du kennst es bereits: fünf Atemzüge. Dann gehst du ins „Päckchen“, die Ausgleichsübung und bleibst dort für fünf Atemzüge. Dafür einfach deinen Oberkörper auf deinen Oberschenkeln ablegen und die Arme neben deinen Körper positionieren.

Die nächste Dehnung ist der Herz- und Dünndarmmeridian. Diese sind auch wieder in deinen Armen zu finden. Der Herzmeridian geht vom Zentrum der Achselhöhle bis runter zu dem inneren Nagelwinkel deines kleinen Fingers. Der Dünndarmmeridian geht vom äußeren Nagelwinkel deines kleinen Fingers, über den Arm hinauf, im Zickzack über das Schulterblatt, am Hals hoch, bis vor dem kleinen Ohrknorpel, in der Grube die entsteht, wenn du den Mund öffnest. Nun kannst du dich hinsetzen, ziehst die Knie an und bringst deine Fußsohlen zueinander. Bringe deine Füße so weit wie möglich zu deiner Leistengegend. Die Hände umfassen deine Füße und du streckst deine Ellenbogen weg von dir, so, dass an der Arminnenseite ein Ziehen entsteht. Und wieder fünf Atemzüge.

Weiter geht es zur Wandlungsphase Wasser mit zwei Meridianen: Blase und Niere. Der Nierenmeridian beginnt, als einziger Akupunkturpunkt an der Fußsohle, geht über deine Beininnenseite über die Leiste bis unterhalb des Schlüsselbeins im Zwischenraum zur ersten Rippe. Der Blasenmeridian fängt an der Nasenwurzel an, geht über den Kopf herum, am kompletten Rücken runter bis über den Po, den Beinen, den Waden, bis zum Fuß runter. Der Endpunkt befindet sich am äußeren Nagelfalzwinkel des kleinen Zehs. Du sitzt wieder auf dem Boden, deine Beine streckst du nach vorne aus, die Knie bleiben auch gestreckt und die Arme bringst du nach vorne zu deinen Zehen. Wenn du es schaffst, umfasse von innen deinen Fußballen. Wieder: fünf Atemzüge.

Die vorletzte Dehnung ist für den Herzbeutelmeridian und dem Dreifach-Erwärmer-Meridian reserviert. Der Herzbeutelmeridian fängt ca. einen Daumenbreit seitlich der Brustwarze an. Nun läuft er wieder über den Arm zur Spitze des Mittelfingers. Der Dreifach-Erwärmer startet am äußeren Nagelwinkel des Ringfingers und läuft aufwärts des Armes über den Hals, macht eine Runde ums Ohr und endet in einer flachen Grube am Ender der Augenbraue. Setze dich in den Schneidersitz, das rechte Bein ist körpernah. Nun legst du deine Arme überkreuz auf die Oberschenkel, auch den rechten Arm körpernah. Tu so, als ob dich jemand an den Händen ziehen würde, damit du eine schöne Dehnung der Arme bekommst. Zuerst zeigen die Handinnenflächen nach oben zum Himmel (fünf Atemzüge lang), dann zeigen sie nach unten zum Boden (auch wieder fünf Atemzüge lang). Danach legst du dein linkes Bein und deinen linken Arm körpernah zu dir und wiederholst die Übung.

Wow und schon das letzte Meridianpaar. Vermutlich in der heutigen Zeit das Spannendste. Es geht um Leber und Gallenblase. In der chinesischen Medizin steht die Leber für Bewegung, Vorwärtskommen, aber auch Wut und Aggression. Der Lebermeridian startet am inneren Nagelwinkel der großen Zehe, läuft über das Bein, die Leiste bis zur 6. und 7. Rippe unterhalb der Brustwarze. Der Gallenblasenmeridian fängt am äußeren Rand der Augenhöhle (also Augenwinkel) an und läuft seitlich am Körper entlang bis zum äußeren Nagelwinkel der 4. Zehe. Setze dich in einen V-Sitz auf den Boden, die Beine so weit auseinander, wie es dir gut geht. Dann neige dich zur rechten Seite, mit dem linken Arm versuchst du zu deinem rechten Fuß zu kommen, so dass du über deinem Knie bist. Bleibe aber unbedingt seitlich, damit du den Gallenblasenmeridian gut dehnst. Wieder fünf Atemzüge, danach die andere Seite.

Ja das waren schon die Makko-Ho Übungen. Was ich danach gerne noch anschließend mache: ich setze mich nochmal kurz in den Schneidersitz, die Hände auf meinen Knien und atme nochmal ganz bewusst zehn Atemzüge ein und aus. Dabei danke ich meinem ganzen Körper. Für mich ist das ein toller Abschluss und es rundet die Makko-Ho Übungen sehr schön ab.

Wir danken den Körper sowieso viel zu wenig, deswegen lohnt es sich nach diesen tollen Übungen auch mal aus dem Herzen heraus DANKE zu sagen.

Und nun wünsch ich dir viel Spaß beim durchführen. Denk dran: du kannst nichts falsch machen! Mache alle Übungen, so gut wie es dir geht und wie es sich für dich gut anfühlt. Du wirst auch merken, dass es mit der Zeit immer besser geht und du immer weiter in die Dehnungen kommst, ohne, dass es dir viel Mühe kostet. Es bietet sich an eine Monatschallenge daraus zu machen. Einen Monat lang jeden Tag die Makko-Ho Übungen und du wirst dich viel wohler fühlen. Wenn du wissen möchtest, wie es mir dabei gegangen ist, schau mal hier.

Nun haben wir aber genug über Meridiane gehört, aber was bringt uns dieses Wissen?

Tauchen wir mal ein bisschen tiefer in die TCM (tradititionelle chinesische Medizin) ein und schauen uns die einzelnen Organe und Meridiane mal genauer an. Falls dich dieses ultra-spannende Gebiet interessiert, schau mal hier.

Nun bist du dran. Mache auch eine Challegene in der du jeden Tag die Makko-Ho-Denungen machst. Wenn dir alle zu viel sind, mache jeden Tag eine und wenn du alle „durch hast“, dann fange wieder von vorne an. Wie praktisch, dass es sieben Dehnungen sind. Ren Mai und Du Mai zähle ich jetzt als einen Meridian. Glaub mir, es wird dir richtig gut tun. Und so viel Aufwand ist es nicht. Also tauch ein in die wundervolle Welt der Meridiandehnungen. Viel Spaß dabei!

Falls du Fragen hast, schreibe mir gerne 🙂

Deine Anne

Schreibe einen Kommentar