Die Organuhr – Gesundheit bekommen mit der Kraft der Rhythmen – Teil 1

Blog_Koerper05

Was es dir bringt über die TCM Organe etwas zu wissen:

In der TCM (traditionelle chinesische Medizin) ist Naturrhythmus ein großes Thema (was mich total fasziniert).

Um gesund leben zu können dürfen wir wieder lernen mehr im Naturrhythmus zu leben.

Das heißt jetzt nicht, dass wir wieder auf Bäume klettern und Insekten essen müssen, allerdings gibt es sicher ein paar Ideen, wie wir wieder mehr im Einklang der Natur leben können. Eigentlich ist unser ganzes Leben an Zyklen gebunden: von der Geburt bis zum Tod, Jahre und Jahreszeiten, Ebbe und Flut, 24 Stunden. Diese 24 Stunden sind die kleinste Einheit eines Zyklus der TCM und vermutlich eine der Wichtigsten. Die TCM geht davon aus, dass in einem 2-Stundenrhythmus jedes Organ mit Energie durchflutet wird und das „gegenüberliegende“ Organ (der Organuhr) gerade Ebbe hat. Da haben wir wieder das Flut-Ebbe-Thema. Super spannend. Das, was da durch uns durchfließt nennt man Qi – unsere Lebensenergie. Dieses Qi fließt durch 12 verschiedene Organbereiche. Mal 2 macht wieder 24 Stunden. Ganz schön schlau – die Chinesen. Oder eher die Natur.

Die Organuhr entdecken und im Einklang mit dieser gesund werden

Fangen wir mit der Lunge an. Diese hat ihre Hauptzeit zwischen 3 bis 5 Uhr. Der Organismus ist nun am Tiefpunkt seiner Kräfte und bereitet sich freudig für den Tag vor. In dieser Zeit sammelt der Organismus Kräfte bei jedem Einatmen mit lebensnotwendigem Sauerstoff (und anderen Stoffen) und befreit ihn bei jedem Ausatmen vom „Müll“, der sich so angesammelt hat.

Übrigens regulieren wir 80% unseres Säure-Basen-Haushaltes über die Lunge und nur 20% über die Ernährung. Das ist mal ein Schlag ins Gesicht für die ganze „Basenmittelindustrie“ :-).

Zurück zur Lunge: diese agiert im Prinzip für gleichmäßiges Aufnehmen und Loslassen. Sie sammelt Kräfte, damit wir genug Ressourcen für all das haben, was das Leben für uns bereit hält. Deswegen atmen wir auch mal tief durch, wenn uns eine große Aufgabe bevorsteht. Aber die Lunge kann noch mehr: sie reguliert nicht nur die Sauerstoffversorgung des Körpers, sondern kümmert sich auch um die Beweglichkeit und Kraft der Muskeln, die Verdauung und garantiert auch den Puls und die Regelmäßigkeit des Lebens.

Eines der wichtigsten Prinzipien im Leben ist das Loslassen: erst, wenn wir was loslassen, können wir Neues an- und aufnehmen.

Die Lunge sorgt dafür, auf einer geistigen Ebene, dass wir uns vom Alten und Vergangenen trennen. Auch, wenn es manchmal schmerzhaft sein kann. Als Gegenpol ist die Lunge aber auch dafür zuständig, dass wir das wirklich wichtige und notwendige behalten.

Der Partnermeridian ist der Blasenmeridian, der seine Hauptzeit 12 Stunden später hat – also von 15 bis 17 Uhr. Wenn du gewisse Lungenthemen hast, kannst du somit auch den Partnermeridian (und den Hauptmeridian) behandeln und musst nicht um 4 Uhr morgens aufstehen. Sondern du kannst das auch ganz easy um 16 Uhr machen. Toll Sache diese Verbindung oder?

Wenn die Lunge beeinträchtigt ist (laut TCM) hat das immer was mit „Abgrenzungsthemen“ zu tun. Auch mit Festhalten und Loslassen. Die Haut und der Darm stehen mit der Lunge in Verbindung und können bei Lungenthemen in Mitleidenschaft gezogen werden. Nicht nur die Haut ist eine Trennschicht vom Innen zum Außen, sondern die Lunge und der Darm genauso. Mit der Einatmung kann es auch sein, dass wir nicht nur tolles Qi aufnehmen, sondern eben auch schädliches. Zum Beispiel Feinstaub, Zigarettenrauch oder andere Gifte. Auch Gefühle und Energien können wir aufnehmen. Oft merken wir ja, wenn irgendwo die „Luft brennt“. Auch Grenzerfahrungen beziehungsweise Grenzüberschreitungen schwächen die Lunge und nehmen uns regelrecht die Luft zum Atmen. Stress und Überforderung ist hier ein großes Thema. Ebenso schlägt sich das Thema Tod, Trennung, Bindungsprobleme und Verlustängste in der Lunge nieder.

Was sind die Anzeichen für Probleme des Lungenmeridians?

Hier sind mal die häufigsten Symptome aufgelistet:

  • Schlafstörungen zwischen 3 und 5 Uhr morgens
  • Allergien, Niesanfälle, Heiserkeit, häufige Infekte
  • Asthmaanfälle besonders zur Lungenzeit
  • Atemnot
  • Leise Stimme

Die Stärkung der Lunge hilft auch bei?

  • Hautausschlägen und Hautentzündungen
  • Essstörungen von Appetitlosigkeit bis zur Esssucht
  • Verstärkter Druckempfindlichkeit am Daumen/Endpunkt des Lungenmeridians oder Schulterschmerzen

Lungenmeridian und psychische Ebene:

  • Bindungs-, Beziehungs- und Abgrenzungsprobleme
  • Probleme beim Ordnung halten und Strukturieren
  • Gefühle von Traurigkeit und Melchancholie

Was können wir nun für die Lunge tun?

Ganz einfach: wieder mal tief Atmen. Wir atmen oftmals viel zu flach und lassen somit die Energie nicht richtig fließen. Deswegen loht es sich so sehr, dass wir wieder die tiefe Bauchatmung lernen und diese zu unserer normalen Atmung machen. So wie es früher sowieso war. Aber durch Stress und „schnell schnell“ atmen wir auch viel oberflächlicher, was sehr viel Schaden anrichtet. Auch ein Blasinstrument oder Ausdauersport ist für die Lunge bestens geeignet und sorgt nicht nur für eine gute Lunge, sondern auch für jede Menge Spaß und Selbstvertrauen.

Eine bewusste und ruhige Atmung zentriert uns wieder und bringt uns in Balance. Das ist einfach Training.

Bei Husten und Engegefühl im Hals ist der Akupressurpunkt Lunge 8 hervorragend. Den findest du, wenn du eine Daumenbreite von der Handgelenksfalte aufwärts Richtung Ellenbogen wanderst, auf der Daumenseite des Unterarms. Wenn du nachts zwischen 3 und 5 Uhr aufwachst, könnest du diesen Punkt ein paar Minuten lang behandeln. Einfach leicht kreisend im Uhrzeigersinn.

Auch Atemtechniken helfen super gegen Stress. Lege oder setze dich hin, schließ die Augen oder fixiere einen Punkt, lege die Hände auf deinen Unterbauch, so dass sich deine Hände heben und senken, wenn du ein- und ausatmest. Nun kannst du das beliebig erweitern: zähle bis 3 beim einatmen, halte kurz inne und zähle bis 5 oder 6 während des Ausatmens. Passe deinem Atemrhythmus natürlich den Sekunden an. Nun kannst du noch etwas mithelfen indem du dir vorstellst, dass du neue, helle, frische Energie einatmest und diese einen Körper durchströmt und beim Ausatmen lässt du alles Verbrauchte los. Stell dir vor, dass diese helle, frische Energie deine Blockaden löst und ihre heilende Wirkung entfaltet.

Falls du nachts aufwachst, ist das auch eine tolle „Wiedereinschalfhilfe“. Probier‘s aus. Um Vergangenes loslassen zu können beziehungsweise, wie du dich mit Hilfe der TCM etwas dabei unterstützen kannst, schnappst du dir einfach mit der anderen Hand den Daumen und massierst Richtung Nagel ca. 5 Minuten lang. Dann natürlich auch noch den anderen Daumen massieren. Das hilft bei Trauer und beim Loslassen. Für den letzten Tipp brauchst du eine dir nahestehende Person: lege dich auch den Bauch und bitte die andere Person deinen Zwischenrippenräume mit den Fingern von der Seite Richtung Wirbelsäule kräftig, wie ein Kamm, auszustreichen. Das kräftigt nicht nur die Lunge, sondern auch den ganzen Körper.

So genug von der Lunge. Weiter geht’s in der Organuhr mit dem Dickdarm. Dieser hat seine Hauptzeit von 5 bis 7 Uhr morgens. Die meisten Menschen stehen um diese Zeit auf und „reinigen und entleeren“ sich erst mal. Sinnvoll, dass dann zu dieser Zeit der Dickdarm seinen Auftritt hat.

Interessanterweise ist die Körpertemperatur und die Reaktionszeit noch auf Sparflamme. Die Kraft, die aus dem Lungenmeridian zum Dickdarmmeridian strömt, entfaltet nun die Kraft, sich von Ballast zu befreien.

Das Gleichgewicht zwischen Loslassen und Festhalten sollte in Balance sein.

Ist es nicht in Balance merken wir das durch Durchfall oder Verstopfung. Allerdings dürfen wir hier auch die Verbindung zu materiellen und immateriellen Gütern machen, vor allem mit Geiz oder Verschwendungssucht oder auch mit Bindungsproblemen in einer Partnerschaft. Unser wichtiger Dickdarm liebt die Regelmäßigkeit. Das merken wir nur zu gut, wenn wir mal an einem anderen Ort sind (wie Urlaub oder sonstige Reisen), da kann schon mal schnell was durcheinander kommen. Oder auch bei speziellen und nicht alltäglichen Situationen kann diese Regelmäßigkeit schon mal etwas leiden.

Ein gestörter Tagesrhythmus oder auch ungesunde Ernährungsgewohnheiten sind nicht wirklich hilfreich für den Darm.

Der Partnermeridian ist übrigens der Nierenmeridian. Stimmt also im Darm was nicht, schadet ein Blick auf die Nieren keinesfalls. Wir sind uns sicher einig, dass der Darm dazu dient uns zu säubern und von Müll zu befreien – sprich zu entschlacken. Ist der Darm nicht in Balance leidet somit auch die Entschlackung. Sehr doof, da der Körper dann andere Wege sucht sich von den Giften zu befreien. Das kann sich dann mitunter in übelriechenden Schweiß oder auch Pickel auf der Haut äußern.

Solltest du also nicht nur Durchfall oder Verstopfung haben, sondern auch noch übelriechenden Schweiß und Pickel, wird es höchste Zeit dich um deinen Darm und eventuell auch deine Nieren zu kümmern.

Auch, wenn wir uns den Verlauf des Meridians anschauen können wir somit feststellen, dass auch hier immer wieder mal Hand-, Ellenbogen- oder Schulterschmerzen ein Zeichen von Darmüberlastungen sein können. Auch Zahnprobleme oder „die Nase voll haben“ (also häufiger Schnupfen, Allergien) können ein weiteres Zeichen darstellen.

Was sind nun die Anzeichen für Probleme des Dickdarmmeridians?

Häufigste Symptome:

  • Verstopfung, die sich auch im Laufe des Morgens nicht löst
  • Durchfälle
  • Bauchschmerzen, -grummeln und Blähungen

Wobei hilft die Stärkung des Dickdarmmeridians noch?

  • Ständig geschwollene oder sehr trockene Nasenschleimhaut
  • Hautprobleme

Psychische Ebene und Dickdarmprobleme:

  • Unfähigkeit, sich aus einer eingefahrenen Lebenssituation zu befreien
  • Übermäßige Sparsamkeit, Habgier oder auch Verschwendungssucht
  • Übermäßiges Reinlichkeitsbedürfnis oder „Messie-Naturell“

Was ist wichtig, um dem Darm was Gutes zu tun?

Nimm dir auf jeden Fall Zeit für den morgendlichen Gang zur Toilette. Nimm dir Zeit zum Essen. Isst du häufig in Hektik? Isst du viel Fleisch, Fett und Fastfood? Versuche mal einige Tage auf tierische Produkte, Fastfood und Fettiges zu verzichten und lass deinen Darm mal eine Pause. Somit bietet sich Intervallfasten als Pause richtig gut an. Auch Koffein, Nikotin, Alkohol und Zucker sind nicht gerade Leckerbissen für unseren Darm und schädigen ihn nur, womit wir uns dann selber die Kraft rauben. Auch viel Wasser zu trinken ist nicht verkehrt, ungesüßte Kräutertees sicher eine gute Abwechslung. Du wirst sehen, dass sich schon nach kurzer Zeit (je nachdem wie konsequent du bist) eine große Belohnung einstellt: deine Verdauung normalisiert sich, die Haut wird reiner und schöner und die Nase ist endlich wieder frei.

Was auch ein wichtiger Aspekt ist: wir „überfüllen“ unser Leben extrem und gönnen uns keine Zeit für Langeweile und Leere. Und genau das macht auch dem Darm zu schaffen. Deswegen gönne dir wieder mal Langeweile und auch Leere, dass der Raum überhaupt gegeben ist, damit Neues und Wundervollen entstehen kann.

Wenn das Blatt Papier ständig vollgekritzelt ist, wirst du darauf keinen Platz finden um neue Ideen aufschreiben zu können.

Das Prinzip der Leere und Fülle ist auch das Prinzip von Yin und Yang. Auch, wenn du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst: schreib es auf! Nimm ein Blatt Papier, schreib alles auf, was dir in den Kopf kommt und schaffe so Ordnung in deinem Kopf. Das wirkt Wunder. Glaub mir. Du kannst das Blatt Papier danach wegschmeißen, verbrennen und zerrupfen – egal. Denn schon allein das Aufschreiben schafft Ordnung, Klarheit, Sicherheit und Orientierung.

Was du gegen Koliken und Zahnschmerzen tun kannst

Da eignet sich wieder ein Akupressurpunkt und zwar Dickdarm 1. Dieser liegt am daumenwärts gelegenen Nagelwinkel des Zeigefingers. Diesen Bereich drückst du ohne kreisende Bewegungen wieder 3 bis 5 Minuten. Probier es auf, falls du an Zahnschmerzen oder Darmkoliken leidest.

Was sonst noch heilsam für den Darm ist

Reinige dich schon morgens mit mindesten einem Glas lauwarmen Wasser. Über Nacht entgiftet sich unser wunderbarer Körper und stellt den zusammengetragenen Müll in den Flur. Ich glaube den stinkenden Müll würdest du gerne so schnell wie möglich loswerden wollen, deswegen bringen wir ihn auch raus. Genau so ist das aber auch in unserem Körper. Dieser benötigt am Morgen unbedingt das Wasser (ohne Sprudel) um den ganzen Müll, der sich angesammelt hat, heraus zu befördern. Sonst bleibt er dort liegen (im Flur) und fängt mehr und mehr an entsetzlich zu stinken. Wäh :-).

Auch kannst du eine verdauungsfördernde Meridianmassage machen: nimm dazu einfach deinen Zeigefinger und umschließe ihn mit der anderen Hand und reibe fünf Minuten Richtung Nagel, den hier endet der Dickdarmmeridian. Zusätzlich kannst du eine stärkende Bauchmassage machen: massiere, streichle und berühre den Bauch liebevoll im Uhrzeigersinn, so, wie wir es auch bei Babys machen würden.

Was den Babys gut tut, tut uns umso besser.

Auch nur  die Hände auf den Bauch zu legen vollbringt manchmal schon Wunder oder auch ein Wärmekissen. Sensationeller weise kannst du auch mit Atemübungen deinen Darm stärken: verschließe hierzu mit dem rechten Daumen dein rechtes Nasenloch. Atme langsam durch das Linke ein, verschließe dann beide Nasenlöcher und halte die Luft kurz an. Dann atme durch das rechte Nasenloch wieder aus. Natürlich langsam. Dann machst du das auf der anderen Seite. Wenn du Zeit hast, wiederhole das 14-mal. Wenn du keine Zeit hast, wiederhole das 28-mal, denn dann hast du es mehr als nötig.

Zum Schluss möchte ich dir noch die Nasenmassage für eine freie Nase mitgeben: streiche mit beiden Zeigefingern gleichzeitig von der Nasenwurzel entlang der Augenbrauen bis zum Ende dieser, die nächste „Bahn“ vom Nasenrücken unterhalb der Augen, die nächste Bahn etwas tiefer und nochmal etwas tiefer, so, dass du drei Bahnen unter deinen Augen gezogen hast und eine Bahn oberhalb der Augenbrauen. Wiederhole das so oft, wie es dir gut tut. Somit bist du jetzt ordentlich ausgestattet für deine Darmgesundheit und wir machen mit dem Magen weiter.

Magenzeit ist Aufnahmebereitschaft. Die Magenzeit geht von 7 bis 9 Uhr morgens. Was für ein Zufall, dass wir meistens um diese Zeit frühstücken. Ist der Naturrhythmus nicht toll? Ich finde das super spannend.

Um diese Zeit kann der Magen die aufgenommene Nahrung am besten verwerten. Vorausgesetzt du nimmst sie in Ruhe ein. Was bei Familien oft nicht der Fall ist, da hier richtig „rambazamba-Zeit“ ist. Auch der Geist wäre um diese Zeit für neues Futter richtig aufgeschlossen, weswegen die Schulen auch oftmals um diese beginnen. Gar nicht so blöd das Ganze.

Wenn wir eine Person nicht mögen oder eine Information nicht schlucken können, reagiert oft der Magen.

Denk mal drüber nach, wo du das im Leben findest. Informationen oder Personen, die dir auf den Magen schlagen. Wir brauchen nicht nur Essen und Trinken, damit unser Körper nicht verkümmert, sondern unbedingt auch geistige und gefühlsmäßige Nahrung, dass unser Verstand und unsere Seele nicht verkümmert. Hierzu ist es allerdings wenig förderlich, sich schon morgens mit irgendwelchen Schreckensnachrichten zu bombardieren und dann den ganzen Tag einen Klotz im Magen zu haben. So wird der Magen nur krank.

Deswegen wähle deine Gespräche und Informationen beziehungsweise Nachrichten am Morgen sehr sehr weise. Dein Körper, dein Geist und dein Gefühlsleben werden es dir danken. Zur Magenzeit kann dein Organismus das „Zugeführte“ besonders gut verdauen. Es geht nicht nur Nahrung durch unseren Magen, sondern auch jegliche Gefühle, Wissensstoff, Erlebnisse und Erfahrungen. Diese dürfen auch erst einmal verdaut werden. Dies ist auch wichtig zu wissen, denn oft überlasten wir den Magen mit Nahrung, die wir gar nicht benötigen (also viel zu viel) und dann hat der Magen auch noch die Aufgabe die oben genannten Sachen ebenfalls zu verdauen.

Kein Wunder, dass uns heutzutage viel auf den Magen schlägt und Magen-Darm-Erkrankungen immer mehr zunehmen.

Der Partnermeridian ist übrigens der Herzbeutel/Perikard, der 12 Stunden nach dem Magenmeridian seinen Auftritt hat. So hat der Perikard seine Hauptzeit von 19 bis 21 Uhr, der Magen hat um diese Zeit sein „Energieloch“, was heutzutage „tragisch“ ist, da oft um diese Zeit die Hauptmahlzeit stattfindet. Du kannst dir sicher vorstellen, dass es nicht gut für deinen Magen ist, wenn er eh schon wenig Energie hat, dann noch Riesenportionen zu „verstoffwechseln“ und am besten hast du dann noch die Nachrichten nebenbei laufen, damit du dir das Leben auch richtig schwer machst. Denk mal drüber nach.

Überforderung des Magens

Wie ich oben schon kurz angesprochen habe, ist der Magen nicht nur für Nahrung zuständig, sondern verdaut eigentlich auch alles andere. Dadurch, dass wir durch Medien und Co. schwer verdauliche Kost serviert bekommen, ist es kein Wunder, dass die meisten von uns schon am Morgen ein Gefühl der Überforderung haben. Zuerst mal essen wir oft belastenden Müll morgens (wie Brötchen, Butter, Marmelade, Wurst, Käse, Eier oder sonstigen „Ramsch“), dann schlagen wir die Zeitung auf und sehen auf dem Titelblatt schon wieder die größten Katastrophen der ganzen Welt. Wenn sich da mal nicht der Magen umdreht…

Auch, wenn wir im Alltag zu viel schlucken müssen, kann sich das schon mal auf unseren Magen und Darm niederschlagen mit unschönen Konsequenzen.

Was sind die Anzeichen für Probleme des Magens?

  • Morgendliche Appetitlosigkeit bis hin zum Widerwillen gegen Essen
  • Übelkeit, Schluckauf, Sodbrennen, Völlegefühl, Aufstoßen, Erbrechen
  • Trotz Mundpflege Mundgeruch
  • Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre (hier ist es aber schon kurz vor 12!)

Wobei hilft die Stärkung des Magens noch?

  • Zahnfleischbluten, Aphthen, Rhagaden, häufige Zahnschmerzen
  • Bei Frauen: Brustentzündungen in der Stillzeit, Eierstockzysten, Ausfluss und Scheidenpilz

Verbindung Magen und psychische Ebene:

  • Zu viel schwere Kost im privatem oder/und beruflichen Bereich, zu viele Medien
  • Ständiges nachgrübeln über belastende Probleme für die man keine Lösung findet
  • Wut, die kein Ventil findet und somit auf den Magen schlägt
  • Allgemeine Erschöpfung
  • Trägheit und Melancholie
  • Ausgeprägte Ekelgefühle und Aversionen

Da der Magenmeridian an der Vorderseite des Körpers entlang zieht, kann es auch in diesen Bereichen zu Schmerzen und Problemen kommen, wie Zahnschmerzen, Brustschmerzen oder auch Unterleibsbeschwerden, Leistenschmerzen und selbst die Knie können belastet sein.

Wie Achtsamkeit bei Essen unseren Magen hilft

Wir nehmen beim Essen nicht nur Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe zu uns, sondern wir genießen, schmecken und fühlen das Essen. Hoffentlich. Dazu braucht es aber eine große Portion Achtsamkeit beim und während des Essens. Wenn du schnell das gekaufte Brötchen nebenbei hinunterschlingst, ist es völlig klar, dass das deinem Körper nicht gut tut.

Deswegen ist hier ein Zauberpunkt: Achtsamkeit und achtsames Essen. Bedanke dich vorher beim Essen, das es deinem Körper gut tun wird und dich gut mit Nährstoffen versorgt. Das tut deinem Körper gut und er wird sich in Form von Gesundheit bei dir bedanken. Diäten sind sowieso zum Scheitern verurteilt, allerdings spürst du mit Achtsamkeit und achtsamen Essen ganz genau, wann dein Körper genug hat. Somit gehören Kalorienzählen und Verbote der Vergangenheit an. Klingt gut? Dann probier es aus. Es lohnt sich wirklich. Um morgens wieder einen guten und gesunden Appetit zu haben ist es sinnvoll abends nicht mehr Tonnen an Essen zu verschlingen. Es hilft auch den Stress am Morgen zu verringern. Probiere doch mal ein paar Minuten früher aufzustehen und den Morgen entspannt zu beginnen. Schon 10 Minuten können wahre Wunder vollbringen.

Wie kannst du mit Akupressur den Magen stärken?

Der Punkt Magen 36 liegt eine Handbreit unter der Kniescheibe, seitlich (außen) des Schienbeins. Das tolle an diesem Punkt ist, dass er nicht nur den Magen stärkt, sondern den ganzen Körper. Fühlst du dich schlapp, kränklich oder verlassen dich die Kräfte auf einer Wandertour, behalte diesen Punkt im Gedächtnis und stimuliere ihn kräftig.

Weiter geht’s mit der Milz. Die Milz ist DAS Organ, wenn es um Stoffwechsel geht. Aber von vorne: die Milz hat ihre Hauptzeit zwischen 9 und 11 Uhr. Wenn du vor einer schwierigen Aufgabe stehst, dann lege sie, wenn es dir möglich ist, in die Milzzeit, da diese Zeit optimal dafür geeignet ist, wenn du dich kognitiv (denken und lernen) anstrengen musst.

Allerdings hängt unsere kognitive Leistungsfähigkeit stark mit unseren Ernährungsgewohnheiten zusammen und auch mit unserem Umgang von „Input“ von außen.

Also, wie du mit den Sachen umgehst, die so den lieben langen Tag auf dich einprasseln. Was total toll an der menschlichen Spezies ist: wir können aus allen „Stoffen“, die so auf uns einprasseln wunderbares machen, diese verwerten und unseren Nutzen daraus ziehen. Unser Organismus ist so genial, dass er uns auch mit minderwertiger Müllkost und geistigen Sondermüll am Leben hält. Wie toll ist das denn? Wie dann die Lebensqualität ist, darüber lässt sich streiten. Also die Verarbeitung aller Stoffe, die auf uns treffen, erledigt die Milz. Der Partnermeridian ist der Dreifacherwärmer, der seine Hauptzeit zwischen 21 und 23 Uhr abends hat. Dieser ist für die Verteilung von Energien zuständig. Wenn du also vormittags keine klaren Gedanken fassen kannst, könnte es am Dreifacherwärmer (Sanjiao) liegen und es lohnt sich sicher ein Blick darauf. Dazu darfst du noch etwas weiterlesen :-).

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Karin

    Liebe Anne,
    vielen Dank für deine super interessanten Informationen. Du schreibst das so spannend und bereicherst damit meinen Alltag. Ich wollte dir schon lange mal für deine tollen Infoletter danken. Du triffst so oft den Nagel auf den Kopf / das Problem. Ganz liebe Grüße Karin

    1. Anne

      Liebe Karin,

      vielen lieben Dank für dein tolles Feedback :-). Das freut mich sehr, dass es dir hilft. Wenn ich sonst noch was für dich tun kann – lass es mich wissen! Liebe Grüße und bleib an deiner Gesundheit dran 🙂
      Anne

Schreibe einen Kommentar